“Danke, dass Du so schön tapfer die Mehrfachbelastungen in Familie und Beruf erträgst, dafür auch noch schlechter bezahlt wirst und auch nicht wagst, darüber zu meckern, weil alles ja noch viel schlimmer kommen könnte: hier, ne Blume!”

Liebe Gesellschaft, das war nett, aber das reicht nicht.

Wir sehen ja auch, dass sich ein wenig bewegt hat, z. B. seit der Steinzeit. Aber immer noch zu wenig, um final Ruhe zu geben, es sei denn … Mädchen* und Jungs* könnten endlich alle Emotionen und Bedürfnisse haben, die sie sowieso haben. Sie bekämen alle Entfaltungsmöglichkeiten, die sie brauchen. Frauen* und Männer* hätten den gleichen Zugang zu allen Berufen. Gleiche Arbeit würde gleich entlohnt und gewürdigt werden. Die körperliche, sexuelle, geschlechtliche Selbstbestimmung aller würde von allen tatsächlich akzeptiert werden. Menschen dürften Menschen sein, einfach so! – dann, ja dann kämen wir der Sache schon näher.

Wir laden ein: Alle F auf einen Streich Streik!*

Ihr seht ganz richtig. Das hier ist unsere Seite zu Forderungen und Inhalten. Doch wir machen das diesmal anders. Anstatt eine bereits ausformulierte Liste an Forderungen und Inhalten aufzuführen, sind wir alle gefragt. Alle Menschen, die am feministischen und Frauenstreik Dresden teilnehmen, in irgendeiner Weise daran mitwirken, oder sich damit identifizieren können, haben gute Gründe, warum sie das tun. Da wir alle ganz unterschiedlich sind – in unseren Erfahrungen und Lebensumständen, unseren Bedürfnissen, unserer Wut und unseren Utopien – können wir am besten selbst darüber sprechen und schreiben. Hier sagt jede Person selbst, was ihre Motivation ist, sich am Streik zu beteiligen – egal ob durch Videobotschaft, Foto oder Text! Sendet eure Botschaft einfach per E-Mail und macht klar, warum ne Blume im Jahr euch nicht reicht.

PS: Einige Gedanken zur Frage “Wer streikt beim feministischen und Frauenstreik?” können HIER nachgelesen werden.


“Thank you for bravely bearing the multiple burdens in family and job, for being paid even less for it and also for not daring to complain about it, because everything could be much worse: Here, a flower!”

Dear society, that was nice, but that is not enough.

We see that a little has moved, for example since the Stone Age… But still too little to finally give peace, unless … Girls* and boys* could finally have all the emotions and needs they have anyway. They get all the development opportunities they need. Women* and men* would have equal access to all occupations. Equal work would be equally remunerated and appreciated. The physical, sexual, and gender self-determination of individuals would actually be accepted by all. People should be people, just like that! – then, yes then, we would get closer to it.

We invite: All F on one sweep strike!*

You’re looking right. This is our page about demands and contents. But we do it differently this time. Instead of giving an already formulated list of demands and contents, we are all in demand. All people who participate in the Women and Feminist Strike Dresden or can identify with it, have reasons why they do so. Because we are all very different in our experiences and circumstances, our needs, our anger and our utopias, we can best talk and write about it ourselves. So each person says what their motivation is to take part in the strike. Whether with a video message, photo or text; here we can all express what our demands are and why and for what we want to strike! Just send your messages via e-mail.



Die Landtagswahlen in Sachsen stehen vor der Tür und für den (schlimmsten) Fall schwarz-blauer Koalitionsverhandlungen ruft wirstreiken zum … Streik auf!

Auch wir machen da nicht mit und unterstützen den Aufruf. Lest hier unsere ausführliche Begründung:

Nein zum Schritt von ultrakonservativen zu völkischen Geschlechterpolitiken! Der 8. März ist jeden Tag.

Solidarisierung des Frauen*- und Feministischen Streik-Netzwerks Dresden mit dem #WirStreiken-Aufruf

Nach dem Entscheid des Landesverfassungsgericht kann die AfD nun doch – trotz Verfahrenspannen – mit einer ausreichender Kandidat*innenzahl zur Landtagswahl antreten, bei der sie den verheerenden Prognosen zufolge fast gleichauf mit der CDU liegt. Damit erscheint eine Regierungsbeteiligung der AfD erneut als ebenso reale wie bedrohliche Möglichkeit. Denn trotz aller offiziellen Lippenbekenntnisse der CDU gegen eine solche Koalition, zeigen die Wahlprognosen, dass eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition nicht möglich sein dürfte. Und ob eine traditionell deutlich rechts von der Bundespartei agierende „Sachsen-Union“ sich auf ein schwarz-rot-grünes oder gar ein schwarz-rot-rotes Experiment einlassen wird, ist mehr als fraglich. Zu deutlich sind überdies die Schnittmengen der sächsischen Union mit der AfD in vielen Sach- und Prinzipienfragen.

Gerade in den Feldern von Geschlechter-, Familien- und Gleichstellungspolitik sind die Übergänge zwischen den ultrakonservativen Vorstellungen der CDU Sachsen zu der nicht nur heterosexistischen, sondern offen völkisch-nationalistischen Geschlechterpolitik der AfD überaus fließend. Nicht umsonst bildet Sachsen in geschlechter-, gleichstellungs-, inklusions- und diversitätspolitischen Fragen schon heute bundesweit ein Schlusslicht, da die Landesregierung die Umsetzung von Bundes- und EU-Richtlinien seit Jahren verschleppt oder auf den Rahmen des Unvermeidbaren beschränkt. Auch das eigentlich für diese Legislaturperiode vorgesehene neue Gleichstellungsgesetz kam nicht zustande. Schließlich würde die dauerregierende CDU viel lieber die Trias „Gott-Familie-Vaterland“ gegen die von der „Kulturrevolte von 1968 in unserer Gesellschaft hinterlassene Zerrüttung“ wieder in ihr Recht setzen [1]. Die Partei bietet nicht nur zahlreichen bekennenden (oft evangelikalen) Homophoben, Heterosexist*innen und fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen ein Forum und eine politische Heimat. Auch einige ihrer führenden Funktionäre – wie der langjährige Landesfraktionsvorsitzende Steffen Flath – waren und sind in entsprechenden Kreisen aktiv. Von der Freiberger CDU-Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann ausgerichtete Veranstaltungen gegen das „Gendergaga“ wurden schon 2017 auch von der AfD mitbeworben. Und einer der ersten von der CDU gemeinsam mit der AfD und der NPD durchgesetzten Beschlüsse nach dem Kippen der Dresdner Stadtratsmehrheit war ein kommunaler Doppelhaushalt, der u.a. im Gleichstellungsbereich de facto zu schmerzhaften Kürzungen führte.

Gerade auch in diesem Feld gäbe es damit einige Kräfte in der CDU, die den ‚Wählerauftrag‘ im September wohl eher dahingehend deuten würden, den Steigbügelhalter für eine Partei zu spielen, die programmatisch den Weg von einer konservativen zu einer offen völkisch-nationalistischen Geschlechter- und Familienpolitik anstrebt.

Das Frauen*- und Feministische Streik-Netzwerk Dresden kann unter solchen Umständen nicht tatenlos zusehen und bis zum Symboltag des 8. März mit einer neuen Mobilisierung warten. Als feministisches, kapitalismus-, sexismus- und patriarchatskritisches Netzwerk sehen wir zahllose gute Gründe, uns dem Aufruf „DA MACHEN WIR NICHT MIT! Wir streiken gegen eine Regierungsbeteiligung von Faschist*innen“ anzuschließen.

Eine Regierungsbeteiligung der AfD liefe auf eine massive Verschlechterung insbesondere der Lage von Frauen* und LGBTIQs hinaus, die trotz aller politischen Kämpfe in vielfältiger Weise von Diskriminierung, Abwertung und Benachteiligung betroffen bleiben – aufgrund des ihnen zugewiesenen Geschlechts oder ihrer von der heterosexuellen Norm und der heteronormativen Kernfamilie abweichenden Orientierung und Beziehungsformen.

Für Kinder und Jugendliche fordert die AfD eine frühe, repressive Zwangsvergeschlechtlichung, die dem strikt binären Schema von männlich-weiblich folgt. Die Vielzahl möglicher Lebens- und Beziehungsformen, Orientierungen und Bedürfnisse wird dabei ebenso ignoriert wie die faktische Uneindeutigkeit aller mit der Geschlechtszuordnung verbundenen biologischen und sozialen Merkmale. Nur durch permanente soziale, psychische und notfalls auch physische Gewalt können Menschen in eine solche von der AfD geforderte Bipolarität eingepasst werden. Denn ganz entgegen ihrer Parole „Gender-Ideologie raus aus den Schulen – Frühsexualisierung stoppen“ ist die AfD die einzige Partei, deren Bildungspolitik offen und programmatisch eine Frühsexualisierung nach einer binären Genderideologie fordert, der gemäß „klare Regeln zu Partnerschaft und Familie, Haushaltsführung, Lebensschutz und Kindererziehung in Lehrplänen und Schulbüchern“ verankert werden sollen, an denen bemessen jede Abweichung als „gescheiterter“ oder „verfehlter Lebensentwurf“ dargestellt werden soll.

Diese Geschlechterideologie ist dabei elementar für ein Programm, das nicht zuletzt darauf zielt, reproduktive Aufgaben (Haushalts-, Erziehungs-, Sorge- und Pflegearbeit und viele Aufgaben im Sozial-, Kultur- und Bildungsbereich) noch stärker als heute auf die Überausbeutung weiblicher Gratisarbeit auszulagern und zu ‚Frauen‘ gemachte Menschen – im heiligen Namen von Liebe, Familie und Mütterlichkeit – auf entsprechende Rollenzuweisungen zu beschränken. Das, was beschönigend als die „Aufwertung von Familienarbeit“ bezeichnet wird, zielt im Kern darauf ab, die Krise der Renten-, Pflege- und Sozialsysteme dadurch zu lösen, dass die „individuelle häusliche Pflege“ zum „Hauptbestandteil der sozialen Sicherungssysteme“ wird. Und auch in vielen anderen Bereichen gilt die überwiegend weibliche familiäre Gratisarbeit als das universelle Rezept, um Staatshaushalt und Privatwirtschaft von lästigen Sozialkosten zu entlasten.

Das verschärft die in kapitalistischen Gesellschaften ohnehin vorhandenen Tendenzen, all jene Bereiche der Reproduktions- und Sorgearbeit, die sich nicht vollständig waren- und marktförmig organisieren und der Akkumulation von Kapital unterordnen lassen, in einen weiblich besetzten Niedriglohnsektor und in die ebenso überwiegend von Frauen* übernommenen Tätigkeitsfelder jenseits der Lohnarbeit auszulagern. Das betrifft das Aufziehen der Kinder, die Unterstützung Kranker und Pflegebedürftiger sowie die vielfältigen Kultur-, Sozial- und Bildungsaufgaben, die für die Heranbildung mündiger Bürger*innen und ein lebenswertes Leben vorausgesetzt sind und die auch in ehrenamtlichen und zivilgesellschaftlichen Bereichen überproportional von Frauen* erfüllt werden. Damit wäre auch die Grundlage der (nicht nur monetären) Abwertung entsprechender Tätigkeiten und der sie verrichtenden Menschen in sexistischen und patriarchalen Strukturen genannt, angesichts derer Gleichstellungsarbeit so bitter notwendig bleibt.

Die von der AfD versprochene „Aufwertung von Familienarbeit“ will daran gerade nichts ändern. Sie stellt sich vielmehr offen in die Tradition einer faschistischen Geschlechter-, Familien- und Mütterlichkeitsideologie, die Frauen* auf die Rolle der Gebär- und Hausmütter und des Sorge-, Reparatur- und Aufräumkommandos für die auf Krieger getrimmten (und in allen anderen Lebensbereichen entsprechend hilflosen) Männer* festlegen will.

Der dazu im AfD-Wahlprogramm 2017 geforderte „Paradigmenwechsel hin zu einer nationalen Bevölkerungspolitik, in der eine „aktivierende Familienpolitik“ den „Maßstab für alle mit ihr verbundenen Politikfelder“ bilden soll, stellt diese Geschlechterpolitik offen in den Rahmen eines völkisch-eugenischen Gesamtprogramms, wenn gefordert wird, die Optimierung und den „Erhalt des Staatsvolks […] als Staatsziel ins Grundgesetz aufzunehmen“ oder „[d]as ‚Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend‘ […] in ein ‚Bundesministerium für Familie und Bevölkerungsentwicklung‘ umzuwandeln, das Bevölkerungsentwicklung nach wissenschaftlichen Kriterien koordiniert“. Und die programmatische „Einheit von Familien- und Migrationspolitik“ erklärt die Erhöhung der autochthonen Geburtenraten (v.a. bei Akademiker*innen) und die Begrenzung der Migration, u.a. durch Abwehr des „Familiennachzugs in unsere Sozialsysteme“, zu zwei Seiten desselben Kampfes um „Selbsterhaltung, nicht Selbstvernichtung, unseres Staates und Volkes“.

Entsprechend ihrer angestrebten nationalen Bevölkerungspolitik hätte eine Regierungsbeteiligung der AfD auch nachteilige Auswirkungen auf reproduktive Rechte und die körperliche Selbstbestimmung. Die ohnehin schon prekäre Lage bzgl. Informationen und Zugängen zu Schwangerschaftsabbrüchen würde sich weiter verschlechtern. Die AfD bezeichnet Abtreibungen „grundsätzlich“ als „Unrecht“. Die Schwangerschaftskonfliktberatung soll einseitig danach ausgerichtet werden, von Abtreibungen abzuraten und vor den vermeintlichen Gefahren einer Abtreibung zu warnen. In der ohnehin schon entmündigende Zwangsberatung soll nach der Vorstellung der AfD also noch mehr Druck auf die ungewollt Schwangeren ausgeübt werden.

Auf eine ‚Aufwertung‘ unserer Arbeit in einem System, das uns nur als Gebär- und Hausmütter im Dienste des Volkskörpers anerkennen will, während ein Ministerium für ‚Bevölkerungsentwicklung‘ darüber bestimmt, was als besonders lebenswertes oder eben auch unwertes und volksfremdes Leben zu gelten hat, haben wir ebenso wenig Lust wie auf die Rolle eines psychosozialen und emotionalen Fürsorge- und Aufbauservices für Kinder und maskulinistisch deformierte Männer*. Genauso wenig wollen wir die Aufräum- und Notreparatur-Kolonne für ein Gesellschaftssystem sein, das für den absurden Selbstzweck, aus Geld mehr Geld zu machen, systematisch die basalen ökologischen und sozialen Voraussetzungen eines lebenswerten Lebens ruiniert.

Wir sagen Nein zu schwarz-blauen Koalitionsverhandlungen. Wir sagen Nein zu einer Regierungsbeteiligung der AfD. Wir sagen Nein zu unserer kapitalistischen Ausbeutung, regressiven Unterdrückung und völkischen Instrumentalisierung.

Bestreiken wir gemeinsam all die Tätigkeiten, die wir aus Verantwortung, Solidarität und Liebe und wegen all der Orientierungen, zu denen man(n) uns erzogen hat, Tag für Tag verrichten: in Beruf, Haushalt, Familie, unseren Beziehungen und der Gesellschaft. Denn: „Wenn wir streiken, steht die Welt still!“

[1] Positionspapier „Deutscher Patriotismus im vereinten Europa“ von 2005


Die Flyer gibt es auch zum Download auf

Deutsch

Englisch

Arabisch


PATRIARCHAT BESTREIKEN!
Gewerkschafter_innen für eine feministische Streikbewegung


Im Rahmen des „Internationalen Frauenkampftags“ am 8. März fanden in den letzten Jahren zahlreiche Proteste, Demonstrationen, direkte Aktionen und Streiks statt. In mehr als 40 Ländern auf der ganzen Welt, unter anderem in Spanien, den USA, Südkorea, Italien, Polen und Argentinien, sind Frauen, inter, trans und nichtbinäre Menschen immer wieder auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen Gewalt und Unterdrückung, gegen Einschränkung ihrer reproduktiven Rechte und gegen herrschende Ungleichheiten und Diskriminierung in der Arbeitswelt. Obwohl im Zuge des Rechtsrucks feministische Bewegungen und ihre Errungenschaften bekämpft werden, schließen sich immer mehr Menschen diesen Protesten an. Im letzten Jahr haben sie ihren bisherigen Höhepunkt in Spanien erreicht, wo sich mehrere Millionen Menschen in zahlreichen Orten am Generalstreik beteiligten. Auch unsere Schwesterngewerkschaften aus Spanien (CNT) und Polen (IP) nahmen aktiv an den Frauenstreiks teil.
Als selbstorganisierte Basisgewerkschaft von Lohnabhängigen (also Arbeiter_innen, Angestellten, Gefangenen, Selbstständigen, Erwerbslosen, Hausfrauen/-männer, Rentner_innen, Schüler_innen, Studierenden, …) streben wir danach, unsere Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das schaffen wir durch gegenseitige Hilfe im Alltag und gewerkschaftliche Kämpfe.
Wir streben danach, den Kapitalismus und das Patriarchat zu überwinden. Diese Kämpfe müssen ebenfalls gegen Rassismus und transnationale Ausbeutung gerichtet sein, da all diese Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben sind.
Unser Ziel ist die Befreiung von jeder Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft. Streik, das Verweigern von (bezahlter oder unbezahlter) Arbeit, ist dabei unser wirksamstes Mittel. Nur durch kollektives Handeln können wir soziale Emanzipation und Selbstbestimmung erreichen.
Deshalb rufen wir alle zur Beteiligung an der weltweit wachsenden feministischen Streikbewegung auf. Gemeinsam mit unseren internationalen Schwesterngewerkschaften werden wir Solidarität
zeigen mit allen Frauen* und von Sexismus Betroffenen weltweit. Wir wollen die alltäglichen Kämpfe unterstützen, egal ob zu Hause, im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz. Organisieren wir uns gemeinsam für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen – für alle!

Feminismus in die Offensive – Wir fangen gerade erst an!
femFAU – bundesweite feministische AG in der Freien Arbeiterinnen-Union (FAU)
Kontakt: femfau-kontakt@fau.org

  • “Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.” Simone de Beauvoir


Streik gegen Sexismus in der Gastro!
…am 8. März und darüber hinaus

Seit Jahren formiert sich eine transnationale Streikbewegung gegen sexistische Verhältnisse auf Arbeit, zu Hause und in der Gesellschaft. Letztes Jahr streikten allein in Spanien etwa 5 Millionen Menschen aus Anlass des feministischen Streiks. Inzwischen gibt es in vielen Ländern Bündnisse, die Streikbewegung wird eine globale, weil sich nur so etwas
ändert. Auch in Deutschland arbeiten wir darauf hin in den nächsten Jahren so viele zu werden bis uns zugehört wird.

Mit diesem Aufruf wollen wir zeigen, dass es auch in der Gastronomie einige Gründe dafür gibt und wir bitten dich unsere Sichtweise kurz anzuhören.

Auch wenn viel passiert ist in den letzten Jahrzehnten, die gleichen Chancen haben Menschen unterschiedlicher Geschlechter in dieser Gesellschaft noch lange nicht. Die Rollenbilder mit denen wir aufwachsen, die soziale Akzeptanz für unser Dasein, die Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen die wir machen, unsere Berufschancen. Das alles und vieles mehr ist immer noch verschieden und beeinflusst uns und unser Leben meist mehr als uns lieb ist. Dies wird an
einigen Beispielen aus der Gastronomie deutlich:

Sexuelle Belästigung und Arbeit
Gerade Barkeeperinnen und Kellnerinnen werden das kennen: Sexistische oder objektivierende Sprüche, Aufdringlichkeiten bis hin zu Grabschereien. Nicht selten bekommen wir von unseren Chef_innen dabei nicht nur keine Unterstützung sondern erfahren von ihnen gar dieselbe Behandlung.
Oft nervt es als Frau oder trans Person auf der Straße unterwegs zu sein. Wenn du spät nachts Feierabend hast wird das nicht besser. Auch hier müssen wir uns nach der Arbeit noch mit übergriffigem Verhalten auseinandersetzen statt einfach abzuschalten.
Abgesehen davon werden wir auf Arbeit auch desöfteren mit übergriffigem und diskriminierendem Verhalten von
Kund_innen untereinander konfrontiert (ja nach Art des Betriebes selten oder täglich). Um mit all dem umzugehen, brauchen wir Schulungen und Weiterbildungen, und zwar in der Arbeitszeit und bezahlt.

Aussehen ist Geld, Aussehen kostet
In nicht wenigen Betrieben gibt der angenommene „Geschmack“ der heterosexuell-männlichen Kundschaft Ausschlag darüber, ob frau überhaupt eingestellt wird oder nicht. Wenn du es dann “geschafft” hast, ist im Job die Investition in Schminke und Klamotten ausschlaggebend dafür, wie viel Geld du mit nach Hause nimmst – gerade dort wo du ohne das Trinkgeld nicht auskommst. Das Ganze ist aber nicht billig, „Frauenklamotten“ und „Frauenhaarschnitte“ im Durchschnitt immer mehr als die „Männerversionen“ – obwohl Männer im Durchschnitt 22% mehr verdienen.
Wenn du trans bist verstärkt sich dieser Effekt noch weil du ohne entsprechendes Passing sogar größere Probleme hast
einen Job zu finden.

Prekäre Arbeit und Sexismus sind gute Freunde
Diese finanzielle Mehrbelastung setzt sich aber fort, Frauen und trans Personen haben auch höhere Gesundheits- und Hygienekosten. Kleines Detail: Auf Tampons und Binden kommen 19% Mehrwertsteuer, im Gegensatz zu 7% auf Kaffee, schließlich ist der für die Grundversorgung nötig…

Die Möglichkeiten, innerhalb der Gastronomie mehr finanzielle Unabhängigkeit und soziale Sicherheit zu erlangen,
sind gering. Meist bleibt nur die Branche zu wechseln oder sich in einem umkämpften Markt selbst als Chef_in zu versuchen und neue, prekäre Arbeitsplätze zu schaffen – meist mit geringem Erfolg.
Gerade verschärfen sich diese Unsicherheiten noch dadurch, dass in immer mehr Gastronomien die Gewerbeanmeldung (und damit i.d.R. die Scheinselbstständigkeit) von uns gefordert wird. Nicht nur, dass uns mit dieser Beschäftigungsform unsere Rechte auf Urlaub, Bezahlung im Krankheitsfall, gewerkschaftliche Rechte usw. flöten gehen. Wir können auch fristlos gekündigt – oder besser abbestellt werden. Damit hebelt diese Beschäftigungsform insbesondere auch den Schwangerschaftsschutz aus. Wenn wir dann noch mitdenken, dass nicht jede Schwangerschaft freiwillig, ggf. sogar durch eine Vergewaltigung entsteht, und, dass Schwangerschaftsabbruch offiziell immer noch illegal und gesellschaftlich stigmatisiert ist (siehe die Entgleisungen eines Herrn Spahn), wird das ganze Ausmaß dieser
Prekarisierung für Arbeiter_innen, die gebären können, deutlich.

Diese ganzen Faktoren führen dazu, dass wir tendenziell weniger aufmucken, tendenziell mehr Schiss haben und mehr
Sorgen wälzen müssen als ein Durchschnittsmann (der uns währenddessen vielleicht gerade ungefragt einen
Arbeitsschritt erklärt, den wir schon tausendmal gemacht haben).
All das führt dann auch dazu, dass eine Partnerschaft, vielleicht heterosexuell, vielleicht mit jemanden der im Durchschnitt 22% mehr verdient, eine der gängigsten Möglichkeiten ist, sich – und ggf. auch die eigenen Kinder – sozial abzusichern. In der Elternzeit reden dann Lohnlücke und Ehegattensplitting ein gehöriges Wörtchen mit, wenn es darum geht, wer mit dem Kind zu Hause bleibt. Und dadurch wiederum entsteht ein Loch in der Erwerbsbiografie, ein Loch in den Rentenansprüchen, weitere finanzielle Abhängigkeit vom Partner.

Und irgendwann wachen wir dann vielleicht auf und stellen fest, dass wir den Mann neben uns nicht mehr lieben, wir aber Angst davor haben, finanziell vor dem Nichts zu stehen. Partnerschaft gleitet so nicht selten aus dem Reich der Liebe in das Reich der ökonomischen Abhängigkeit.
Die Verschränkung von prekärer Arbeit und gesellschaftlichem Sexismus ist deshalb keine Kleinigkeit, sondern leider etwas, das unsere gesamte Lebensgestaltung mitbestimmt.

Vom Aushalten und Spalten
Dass Frauen eine harmonisierende Rolle in sozialen Kontexten spielen, sorgend, gutmütig sind – das ist Teil der geschlechtlichen Rollenaufteilung, die vielen von uns von klein auf in Familie, Fernsehen, Büchern und selbst durchs Spielzeug vorgelebt wurde – also oft zu einer Zeit, als unsere Bewusstseinsbildung noch ganz am Anfang stand.
Eben jene Rolle steht uns aber auch oft im Weg, wenn wir im Betrieb ungerecht behandelt werden und sich die Arbeitsbedingungen immer weiter verschlechtern, wir aber trotzdem versuchen alle Seiten zu verstehen, den Laden zusammen zu halten, zu harmonisieren. Dabei sollten wir oft vielleicht nicht harmonisieren, uns nicht ständig selbst
zurück stellen sondern auch mal auf den Tisch hauen und unser Recht fordern. Nicht selten machen wir auch schlechte Bedingungen so lange mit, bis wir irgendwann ausgebrannt gehen oder heraus geworfen werden, weil wir die Leistung nicht mehr bringen – obwohl wir mit Entschlossenheit, Selbstbewusstsein und eben auch mal mit Konflikt etwas hätten verändern können. Viele Chef_innen sind leider nicht dumm, haben schon ein paar von uns kommen und gehen sehen,
kalkulieren damit.

Gleichzeitig stehen uns auch viele andere Spaltungslinien im Wege um gemeinsam die Verhältnisse in der Gastronomie zu verbessern. Viele migrantische Kolleg_innen leben in extremer Armut oder sind gar von Abschiebungen bedroht, dazu kommt noch die Sprachbarriere, die gemeinsame Kämpfe erschwert. Ausgebildete Fachkräfte und langjährige Gastronomiearbeiter_innen sind dafür oft befremdet von der hohen Fluktuation und den Dumpinglöhnen der migrantischen und studentischen Kräfte. Die studentischen Arbeitskräfte wiederum haben oft wenig Identifikation mit ihren Arbeitsstellen und Empathie für die Situation ihrer Branchenkolleg_innen, weil die Arbeit für sie nur eine kleine Zwischenstation im Leben ist. Das heißt auch, dass relative Privilegien (wie eine langfristige Zukunftsperspektive in einer besser bezahlten Branche, die niedrigen Krankenkassenbeiträge oder ggf. auch der eigene, finanziell stabile Hintergrund) nicht reflektiert und im betrieblichen Verhalten mitgedacht werden. Zu allem Überfluss trennen uns in den genannten Gruppen innerhalb der Branche oft auch tiefe ideologische und habituelle Gräben und klassistische,
rassistische, sexistische Vorurteile bzw. Gleichgültigkeiten gegeneinander.

Mögliche Forderungen
Wir finden, wir müssen in einen langfristigen Diskussions- aber auch Organisierungsprozess eintreten, um die
genannten Probleme anzugehen. Erste Ideen für langfristige Forderungen sind:

  • Scheinselbstständigkeit abschaffen -> Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsformen bei flexibler und
    selbstorganisierter Arbeitszeiteinteilung
  • Trinkgeld abschaffen, Stundenlöhne hoch! Für die Kundschaft Preisspannen und Solidarkassen!
  • bezahlter Menstruationsurlaub
  • Bezahlte Schulungen und Weiterbildungen bzgl. Umgang mit / Selbstverteidigung bei Diskriminierung und Gewalt
  • Dichtmachen von Läden sexistischer, rassistischer, klassistischer Unternehmer_innen
  • Recht auf Rauswurf diskriminierender Kundschaft für alle Beschäftigten
    Formen des feministischen Streiks
    Um sich noch groß in den Betrieben zu einigen und zu organisieren, kommt dieser Aufruf für den diesjährigen 8. März
    vermutlich zu spät. Wenn ihr trotzdem die eine oder andere Aktion starten wollt, findet ihr auf www.fau.org eine
    Streikrechts-Broschüre mit einer Reihe möglicher Aktionsformen und was es rechtlich zu beachten gibt. Die Broschüre
    könnt ihr unter Mail an faudd@fau.org auch gerne in Print-Form zum Weiterverteilen ordern.
    Ansonsten seid ihr vielleicht im Betrieb zufällig alle am 8. März krank, vielleicht gar eine Depressionserkrankung oder
    Ähnliches. Bei einer solchen Krankschreibung sollte mensch zwar keinesfalls auf Arbeit stehen, draußen unter Leute
    kommen wird aber von ärztlicher Seite empfohlen. In diesem Falle schaut doch 14-18 Uhr zum feministischen
    Streikfest auf dem Postplatz vorbei! Dort können wir uns auch über das hier
    unterhalten.
    Ansonsten bestreikt ihr ja vielleicht einfach das Lächeln und die Freundlichkeit
  • ein immer von uns erwarteter Service, der uns emotional Einiges abverlangt.
    Macht die Kundschaft darauf aufmerksam, warum ihr diesen Extradienst heute
    nicht kostenlos leistet. Die Wirkung dürfte spannend sein.

Wir freuen uns auf euch 🙂
Einige Kolleg_innen aus der Gastro,
Mitglieder der Gewerkschaft Freie Arbeiter_innen Union (FAU)



Liebe Studierende und Angestellte der TU Dresden, liebe Gleichstellungsbeauftragte und Hochschulgruppen,

bald ist 8. März. Ausgehend von einer immer stärker werdenden internationalen Streikbewegung (allein 5 bis 6 Millionen in Spanien 2018) soll es in diesem Jahr auch in Deutschland erste Versuche geben, eine Frauenstreikbewegung auf die Beine zu stellen. Mittlerweile gibt es in mindestens 35 Orten in Deutschland Frauen*/feministische Streikbündnisse/-netzwerke – auch in Dresden. Wir möchten Euch einladen, Euch anzuschließen und am 8. März zu streiken, Aktionen zu machen an dem Tag und darüber hinaus über Themen der Geschlechtergerechtigkeit oder sogar die Überwindung des Patriarchats zu diskutieren.

Folgendes ist für den Tag X bisher geplant: Am Vormittag soll es an möglichst vielen Orten in der Stadt Streikbrunches/-frühstücke geben – das können Nachbarschaftscafes oder Hausprojekte sein, aber auch Betriebe oder Institutionen. Am Nachmittag wird es ab 14 Uhr auf dem Postplatz ein feministisches Fest geben, wo neben Workshops, (Kunst)Aktionen, Musik etc. auch nochmal Gelegenheit wäre, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und Forderungen für die Zukunft zu diskutieren.

Wir rufen Euch dazu auf, an der TU Dresden Streikbrunches zu initiieren, z.B. in einer der Mensen. Diese Brunches sollen Orte sein, wo Ihr Euch mit Euren Kolleg*innen über ganz konkretes austauschen (warum ihr streikt oder wie ihr überhaupt streiken könnt oder in welcher Form oder was Eure konkreten Probleme sind …) und uns dann später beim Fest treffen könnt. Infos zu allen Brunchorten findet Ihr rechtzeitig hier bzw. könnt Ihr Euren Brunch auch über die Seite bewerben, indem Ihr eine E-Mail schreibt.

Was Ihr noch tun könnt:

  • mit organisieren oder kleine Aufgaben übernehmen – wenn Ihr auf den Verteiler des F*Streiknetzwerkes wollt, schreibt eine E-Mail
  • Eure Verteiler nutzen, um den Streik publik zu machen, unsere Veranstaltungen auf facebook teilen
  • uns Statements schicken, warum Ihr an diesem Tag streiken wollt (oder auch warum ihr nicht streiken könnt, dazu unten nochmal ein Absatz)
  • Transpis malen und aus Euren Büros oder Wohnungen hängen, eine einfache Schürze tut’s auch
  • diesen Film schauen: https://www.youtube.com/watch?v=ramrLBhGc40
  • mit Euren Kolleginnen und Kommilitoninnen sprechen
  • Spenden: insbesondere gibt es einen Aufruf an solidarische Männer*, den Teil ihres Einkommens zu spenden, der den Gender-Pay-Gap ausmacht
  • streiken oder einfach dabei sein, wenigstens eine längere Pause einlegen, wenn ihr nicht streiken könnt, “Bummelstreiken”, einfach bestimmte Dinge nicht tun, Hausarbeit bestreiken, Social media bestreiken (Abwesenheitsnotiz) uvm.

Streiken: Dieser Streik ist ein wilder Streik, zu dem die großen Gewerkschaften deshalb auch nicht aufrufen. Wilde Streiks sind in Deutschland verboten bzw. eine rechtliche Grauzone. Wenn Ihr streiken könnt, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, dann streikt. Insbesondere Studierende betrifft das. Wenn Ihr nicht so privilegiert seid, versucht’s mit den oben genannten “weichen” Streikformen oder denkt Euch neue aus und erzählt uns davon. Wer nicht streiken kann, weil sie* Verantwortung für andere Menschen trägt, kann uns das Schreiben. Dann sorgen wir dafür, dass Ihr trotzdem gesehen werdet. Über Eure Rechte könnt Ihr Euch hier informieren: https://dd.fau.org/2019/02/15/streikrechtsbroschuere-stuff-termine-fuer-den-8-maerz/

Solidarische und feministische Grüße Eure Branchengruppe Bildung



No more devotion – heraus zum Künstlerinnen*streik

“Wir arbeiten in drei Schichten: Kulturarbeit, Hausarbeit und Lohnarbeit. Alle drei Formen unserer Arbeit finden unter genau den patriarchalen Bedingungen statt, die auch die meisten anderen gesellschaftlichen Bereiche durchziehen. Leidenschaftlich sagen wir: ES REICHT.” Das schreibt die Gruppe CindyCat in ihrem Aufruf “No more devotion”. CindyCat ist eine Gruppe von Künstlerinnen und Kulturschaffenden Frauen, die mit ihrem Aufruf zum internationalen feministischen Frauenstreiks am 8. März mobilisieren wollen.

Hier gehts zum Radiointerview bei Radio Corax



Eindrücke vom Streikmobil finden sich hier.



Aufruf: Lasst die Kollektivbetriebe am 8. März zu!

Liebe Kollektivist_innen,

sicher habt ihr schon von der transnationalen Fem-Streik bzw. Frauenstreikbewegung gehört. Letztes Jahr beteiligten sich allein in Spanien 5 Millionen Menschen an einem entsprechenden Generalstreik. Dieses Jahr werden auch in Deutschland erste Versuche unternommen es am 8. März nicht bei Demonstrationen zu belassen sondern, an dem Tag auch Bildungseinrichtungen und Konsum zu boykottieren, unbezahlte Haus- und Sorgearbeit, aber eben auch die Lohnarbeit zu bestreiken. Mehr allgemeine Informationen findet ihr dazu auf der FAU-Themenseite.

In Kollektivbetrieben haben wir im Vergleich zu herkömmlichen Betrieben andere Möglichkeiten mit Sexismus und mit den patriarchalen Rahmenbedingungen der Gesellschaft umzugehen. Trotzdem hört das Patriarchat an dieser Stelle nicht einfach auf! Die Erfahrungen sexueller Belästigung, sexistischer Verunsicherung und Diskriminierung die unsere weiblichen und trans Kolleg_innen gemacht haben, bringen sie mit, ebenso wie den finanziellen Mehraufwand, der mit ihrem Geschlecht einhergeht, ggf. Sorgen über ungewollte Schwangerschaft und vieles mehr. Das selbe gilt für Privilegien und (oft unterbewusste) sexistische Denkmuster unserer männlichen Kollegen. Wir möchten als Kolleg_innen daher dazu aufrufen den 8. März auch bei euch zum Anlass zu nehmen über geschlechtsspezifische Mehrbelastungen zu diskutieren, Konzepte dagegen zu entwickeln, zu diskutieren und auszuprobieren.

Daneben möchten wir euch aber auch bitten, als Akt der Solidarität und um die Vision vom globalen FemStreik zu unterstützen, den Betrieb am 8. März ruhen zu lassen. Politischer Streik, wie es ein FemStreik ist, steht in Deutschland nicht nur vor dem Problem von den Gerichten verfolgt zu werden (siehe dazu die Streikrechtsbroschüre der FAU), sondern ist auch in Deutschland eine absolute Seltenheit. Gesellschaftliche und politische Auseinandersetzungen sind für die meisten Menschen von der betrieblichen Sphäre scharf getrennt. Grundlage für eine erfolgreiche Streikbewegung ist es also zunächst überhaupt eine gedankliche Verknüpfung von politischen Anliegen und dem “un- oder vorpolitischen” Raum Arbeitsplatz zu erreichen.

Wenn wir die Kollektivbetriebe am 8. März geschlossen lassen geht es also zunächst weniger um den volkswirtschaftlichen Druck, der wird bei der aktuellen Anzahl von Kollektivbetrieben gering bis unmerklich sein. Es geht vorrangig darum Kolleg_innen aus Chef_innenbetrieben Mut zu machen. Dafür wäre es schön wenn ihr Abwesenheitsnotizen und News auf eurer Website und Aushänge in den Schaufenstern erstellt. Beim FemStreik werden unsere Hände und Köpfe sicher auch gebraucht – und vielleicht ja auch unsere Produkte und Betriebsmittel: Streikcafés in der Produktionshalle oder im Büro, den Lieferwagen als Lauti, mit den Fahrrädern eine Critical Mass veranstalten: Zeigen wir am 8. März welche Power die Kollektive haben.

Für einen solidarischen und gemeinsamen Kampf der Lohnabhängigen in Kollektiv- und Chef_innenbetrieben,
für eine bessere Gesellschaft jenseits von Staat, Ausbeutung und Patriarchat!

Bildungsbetrieb Educat Sachsen i.G. und die Kollektivbetriebe-AG der FAU Dresden

Aufruf: Lasst die Kollektivbetriebe am 8. März zu! – FAU Dresden