arbeiten unterlassen – feministisches Streiken als politisches Handeln

Workshop am 02.07.2021 im Rahmen der Tagung ” Politisch Handeln im autoritären Sog: UNGEHORSAM”

Wie kann ein Unterlassen ein Handeln sein? Wenn politisches Handeln immergleiche Abläufe unterbricht und so neue Anfänge ermöglicht (Hannah Arendt sagt das), dann ist die Praxis des Streiks vielleicht das wirksamste Mittel gemeinsamen politischen Handelns im Kapitalismus.

Es ist jedoch selten eine Unterbrechung der Verhältnisse, wenn ein Mann* den Abwasch oder das Kümmern um Beziehungen „unterlässt“. Die aktuell erstarkenden feministischen Streikbewegungen betreffen nicht nur bezahlte Lohn-, sondern gleichzeitig unbezahlte Haus- und Sorgearbeiten – jene abgewerteten und oft gar unsichtbaren Tätigkeiten, die weiterhin größtenteils von FLINTA* und BiPOC verrichtet werden (dieser Kapitalismus ist patriarchal und rassistisch). Die Arbeiten, die nicht nur in Krisen, sondern auch normalerweise, alles zusammenhalten. Die Tätigkeiten, die in der Pandemie als „systemrelevant“ geadelt und beklatscht wurden, jedoch weiterhin nicht (auch ökonomisch) anerkannt werden. Who cares? Wir, aber uns fehlen einfach die Druckmittel.

Was passiert eigentlich, wenn wir unsere Arbeiten nicht verrichten? Was hindert uns, unsere kollektive Macht zu nutzen? Wie werden wir massenhaft streikfähig – zumal in Deutschland? Wie können wir uns, auf feministische Weisen, so organisieren, dass wir wirklich grundsätzliche Veränderungen in den Sorge-Verhältnissen erstreiten?

Im Workshop können solche Fragen diskutiert werden. Als Anregung erfahrt ihr etwas über die bisherigen Aktivitäten und Erfahrungen des F*Streik Netzwerk Dresden.

Rosa Klee ist Musikerin, Philosophin und Gewerkschaftsmitglied der branchenübergreifenden und basisdemokratischen FAU (Freie Arbeiter:innen Union) Dresden. Dort übt sie in der AG Feministische Kämpfe Theorie und Praxis feministischen Streikens.

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Buchempfehlung “8M – Der große feministische Streik”

#VivasNosQueremos, #NosMueveElDeseo, #NosotrasParamos – Wir wollen uns lebend(ig). Uns bewegt der Wunsch. Wir Frauen streiken. So gelangen die Slogans neuer feministischer Bewegungen aus Lateinamerika seit 2016 als Hashtags zu uns. Die hier versammelten Texte untersuchen die Genealogien dieser vielfältigen Bewegungen, die aus einem lauten Aufschrei gegen blutige, regelmäßig ungestrafe Feminizide entstanden und schließlich als internationaler feministischer Streik 2017 und 2018 massive Dimensionen erreichten. Die Mitte dieses Streiks bildet allerorts die entscheidende Frage, wie Sorgearbeit bestreikt werden kann. Ausgehend von einem tiefen Überdruss gegenüber allen Formen machistischer Gewalt tritt der Streik hier als sorgfältiges Flechten eines gemeinsamen Gewebes, als gemeinsames Organisieren und Lernen auf, aber auch als unmissverständliche Warnung: Mujeres en huelga, se cae el mundo – Wenn die Frauen streiken, zerfällt die Welt.

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Broschüre “STREIKPRAXIS – Feminist*innen aus Bewegung und Gewerkschaft berichten”

Der feministische Streik betrifft bezahlte wie unbezahlte Arbeiten von Frauen und Queers und stellt zur Debatte, inwiefern sie sich gegenseitig bedingen. Im feministischen Streik kommen so zwei Bereiche zusammen, die meist nur getrennt voneinander gedacht und getrennt voneinander organisiert werden. Feministisch Streiken birgt daher ein enormes Potenzial, aber auch Spannungen. Welche Unterschiede bestehen in den Herangehensweisen, Logiken und Kulturen von Bewegungen und Gewerkschaften? Wie kann für die Aktivist*innen erfolgreiche Bündnisarbeit aussehen? Ein Streik am Universitätskrankenhaus Jena hat es vorgemacht, Interviews mit den beteiligten Akteur*innen zeichnen es nach.

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Feministischer Streik – nicht ohne meine Gewerkschaft

Der Artikel der Dresdner AG Feministische Kämpfe aus der März-Ausgabe der Graswurzelrevolution ist nun online: “So wie es Interessengegensätze zwischen Chef:innen und Arbeiter:innen gibt, gibt es auch welche zwischen FLINTA und cis Männern.[…] Beide Gegensätze sind natürlich starke Vereinfachungen der Realität und eher als Pole zu begreifen, da es sehr verschiedene Formen von Arbeitshierarchien, wie auch von Geschlecht gibt. Das ist einfach im kapitalistischen Patriarchat so, und zwar abgesehen davon, dass cis Männer auch unter Geschlecht leiden, und davon, dass es auch nette und feministische cis Männer gibt. Es gibt ja schließlich auch nette Chef:innen und welche, denen Arbeitsrechte total wichtig sind, die vielleicht sogar drunter leiden, dass sie jemanden entlassen müssen. […]

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Rückblick feministischer Kampftag – Märzsendung des anarchistischen Hörfunks aus Dresden

Nach dem 8. März ist vor dem 8. März. Feministischer Kampftag muss jeden Tag sein, bis wir das Patriarchat, also die von Männern geprägt, kontrolliert und repräsentierte Gesellschaft abgeschafft haben. Das mit dem Abschaffen scheint noch ein langer Weg zu sein, aber davon lassen wir uns natürlich nicht entmutigen.

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Rückblick: Feministischer Schulstreik

Ein Beitrag der Schwarze Rose Gewerkschaft

Liebe Schüler:innen und Mitstreiter:innen [1],

der 8. März ist zwar schon ein bisschen her, aber wir möchten uns nochmal bei allen bedanken, die bei den Kundgebungen dabei waren, oder den feministischen Schulstreik anders unterstützt haben und einen kleinen Rückblick geben.

Wir haben als Schüler:innengewerkschaft Schwarze Rose zum feministischen Schulstreik aufgerufen. Es gab 2 Streik-Kundgebungen, welche vor dem BSZ für Gesundheit und Sozialwesen und der Semperschule am Bahnhof Neustadt stattgefunden haben. Dort haben wir uns für unsere Anliegen stark gemacht. Themen waren z.B. Aufklärung, Gleichberechtigung, bessere Lernbedingungen in der Corona-Pandemie und in der Ausbildung im Sozialwesen.

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+++SAVE THE DATE++

Gerne teilen wir folgenden Aufruf:

Dieses Jahr findet das Internationalismus Festival N°2 statt!

Vom 02. – 06. Juni 2021 veranstalten wir auf dem Gelände des Zentralwerks (Riesaer Str. 32, Dresden Pieschen) das zweite Internationalismus Festival. Wir wollen den Internationalismus und die kämpfenden Menschen dieser Welt feiern und die globalen Revolten vor unsere Haustür holen.

Von Mittwoch bis Sonntag werden wir feministische Kämpfe der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – nah und fern – durch ein kulturelles und politisches Programm zusammenführen. In verschiedenen Veranstaltungsformaten wie Theater, Lesungen, Podien, Vorträgen und Workshops werden wir uns unter anderem mit der Geschichte von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, feministischen Kämpfen gegen Rassismus, der Geschichte der lokalen Queeren Bewegung oder der Frauenrevolution in Rojava auseinandersetzen.

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Feministisches Videolooping


Whooohooo … wir freuen uns riesig, dass so viele unseren Aufruf  zum Anlass genommen haben, feministische Wut, Kritik oder Erschöpfung in Videoclips festzuhalten. Vielen Dank dafür! Ein großes Dankeschön geht auch an die anderen Orte, die die Videoclips am 8. März in ihren Fenstern oder Schaufenstern zeigten – entweder auf einem großen Screen oder an die Scheibe gebeamt.

FLINT*As fight back!